fbpx

Recruiting und Führungskräftemangel: Realität und Flucht nach vorne.

Ich bin schockiert, so viele Geschäftsleitungen und Führungskräfte zu kennen, die bei Betrachtung ihrer hohen Krankenstände und des Leistungseinbruchs beim Personal nur ein großes Fragezeichen im Kopf haben. Statt Belastung und Risikofaktoren mitarbeiterorientiert zu managen, wird sich beschwert oder die Flucht nach vorne ergriffen, indem man mit erheblichem finanziellen und zeitlichen Ressourcen versucht neues Personal einzustellen.

Dabei ist doch klar, welche Aufgaben Leitungen und Führungskräfte haben: Den laufenden Betrieb zu sichern – und zwar effizient. Wächst eine Abteilung oder ein Unternehmen im Umsatz, so bringt das natürlicherweise einen Personalzuwachs mit sich. Doch wenn Auftragslage und Umsatz gleichbleibend oder sogar absteigend sind, das vorhande Personal aber die Arbeit nicht erledigen kann, herrscht ein betriebliches und strukturelles Problem. Meist sind dann Krankheit, Stress und Überstunden allgegenwertig.

Führungskraft sein heißt die Zuverlässigkeit und Arbeitsleistung der Mitarbeitenden und somit das Funktionieren des Betriebs sicherzustellen. Wenn Mitarbeitende ausfallen, dann kann auch keine Arbeit verrichtet werden – insbesondere von denjenigen, die sich noch in der Einarbeitung befinden. Oder habe ich da irgendwas verpasst?

Unternehmen, die den Wert ihres Personals wirklich verstanden haben, arbeiten mit daran die Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit sicherzustellen. Statt in neues, nicht eingearbeitetes Personal im Wert von 40000+ € pro Person zu investieren, werden 2000+€ in bereits vorhandenes, geschultes und engagiertes Personal eingesetzt. Letzteres lernt sich selbst und seine Aufgaben besser zu managen, gezielt Erholung und Entspannung in den beruflichen und privaten Alltag einzubauen und grundsätzlich gesundheitsfördernde Maßnahmen zu verfolgen.

Die Zahl der krankheitsbedingten Personalausfälle liegt im letzten Jahr bei +/- 30%, je nachdem welcher Studie und Erhebung man heranziehen möchte. Welche Entwicklung rechtfertig einen solchen Anstieg des Krankenstandes?

Sind die körperlichen Anstrengungen in den letzten 5 Jahren gewachsen? Nein.
Sind Projekte und Dienstleistungen 30% komplizierter geworden? Nein.
Ist die Bevölkerung 30% stärker von Erkältnungen und Grippen betroffen? Nicht wirklich.

Ja aber was ist den dann los?

Ganz einfach: Die Bevölkerung ist erschöpft.

Bildungs- und Gesundheitssystem, sowie andere Branchen haben bereits vor der Corona-Pandemie in Bezug auf Personal keinen besonders stabilen Stand gehabt. Mit der Pandemie und ihren Veränderungen, großem Druck im Gesundheitswesen, Doppelbelastung im Home Office, dem Ukraine-Krieg und der Inflation sind viele Menschen in eine andauernde Überlastung geraten – wenn diese nicht vorher schon bestanden hat. Und das Ende vom Lied ist nun chronischer Stress und Erschöpfung.

„Stressbewältigung“ ist ein sperriges Wort für eine eigentlich ganz einfache Sache: Abbauen und verhindern von Stress. Dazu muss man nicht 10 Bücher lesen oder täglich eine Stunde Zeit aufwenden. Stressbewältigung hat sehr viel damit zu tun, welche kleine Verhaltensweisen und Gewohnheiten man ablegen oder etablieren sollte und welche Haltung und Perspektive man gegenüber den Problemen und Herausforderungen des Alltags einnimmt. Ein gesunder und kompetenter Umgang mit Stress lässt sich mit der richtigen Herangehensweise schnell und einfach erlernen. Das ist ein wahrer Mehrwert für Unternehmen aber auch Privat.

Comments are closed.